Was muss ich beim Thema Impfen beachten?

Verfasst von der HILFEFÜRMICH-Redaktion und aktualisiert am 01.09.2020

Wenn Sie an Colitis ulcerosa erkrankt sind, haben Sie ein besonderes Risiko für Infektionen, insbesondere dann, wenn Sie Medikamente einnehmen, die Ihr Abwehrsystem hemmen. Impfungen können lebensbedrohlichen Infektionserkrankungen vorbeugen und das Risiko für Krankheitsschübe verringern, die durch Infektionen ausgelöst werden können.

Vor dem Einsatz bestimmter Medikamente wird Ihr Arzt daher prüfen, ob Sie eine versteckte Infektion haben, da es sonst zu einem Krankheitsausbruch kommen kann.

Wenn Sie Medikamente erhalten, die das Immunsystem unterdrücken, sollten Sie sich im Idealfall bereits vor Beginn der Behandlung gegen Pneumokokken (Bakterien, die schwere Infektionen verursachen können) und Hepatitis B (durch ein Virus verursachte Leberentzündung), sowie mögliche weitere Erreger, wie zum Beispiel Herpes Zoster (Gürtelrose) oder Meningokokken (können eine Hirnhautentzündung verursachen) impfen zu lassen, um einer möglichen Infektion vorzubeugen.

Mit diesen sogenannten Totimpfstoffen können Sie auch unter Therapie mit Immunsuppressiva jederzeit geimpft werden. Allerdings kann abhängig vom Ausmaß der Immunsuppression der Erfolg der Impfung eingeschränkt sein. Totimpfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Krankheitserreger. Somit ist eine Ansteckung bzw. Erkrankung durch diese Impfstoffe nicht möglich.

Lebendimpfstoffe dagegen enthalten vermehrungsfähige, aber abgeschwächte Erreger. Um eine Impfreaktion auszulösen zu können, müssen sich die Erreger im Organismus vermehren. Damit ähneln sie einer tatsächlichen Infektion, allerdings mit dem Unterschied, dass der Impferreger seiner krankmachenden Eigenschaften größtenteils beraubt ist. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die Ihr Immunsystem schwächen, sind Impfungen mit Lebendimpfstoffen nicht mehr anwendbar, daher sollten Sie damit vor Therapiebeginn geimpft werden.

Ansonsten ist es - unabhängig von der Therapie – ratsam, sich jährlich gegen die saisonale Grippe (Influenza) impfen zu lassen.

Bei Mädchen und jungen Frauen ist zudem eine HPV-Impfung (Humane Papillomviren) sinnvoll.

Sprechen Sie Ihren behandelnden Gastroenterologen darauf an, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

Welche Impfungen die Ständige Impfkommission (STIKO) für Menschen mit einer Immunschwäche empfiehlt und welche Besonderheiten es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie auf dem Portal Wir für’s Impfen.
 

Allgemeine Informationen rund um das Thema Impfen finden Sie hier: