Was ist der Unterschied zwischen einer Selbsthilfegruppe und einer Patientenorganisation?

Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen unterscheiden sich in der Regel hinsichtlich ihrer Größe und ihrer Organisationsform:

  • Patientenorganisationen sind häufig als eingetragene Vereine oder Stiftungen organisiert. Manche haben einige Tausend Mitglieder und verfügen über Niederlassungen in verschiedenen Städten. Viele engagieren sich in der Gesundheitspolitik und bieten auf lokaler Ebene eine Möglichkeit für Betroffene, sich im Rahmen von Selbsthilfegruppen auszutauschen.

  • Selbsthilfegruppen sind Gruppen von Menschen, die sich an einem bestimmten Ort regelmäßig treffen, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Eine Selbsthilfegruppe kann zu einer Patientenorganisation gehören, sie kann aber auch unabhängig sein.

Was passiert in einer Selbsthilfegruppe?

In Selbsthilfegruppen treffen sich Menschen, um ihre persönlichen Erfahrungen auszutauschen. Dabei geht es nicht nur um Emotionen, sondern auch um konkrete Tipps, z. B. Informationen zu neuen Therapiemöglichkeiten, oder um die Frage, wie man als Patient unterstützende Leistungen im Gesundheitssystem bekommen kann.

Die Treffen finden in der Regel nicht zu Hause, sondern an einem neutralen Ort statt. Viele Gruppen treffen sich regelmäßig, z. B. einmal im Monat. Die Teilnahme ist freiwillig und in der Regel kostenlos.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie sich in einer Selbsthilfegruppe wohlfühlen würden, sollten Sie einfach mal hingehen und an einem Treffen teilnehmen, um herauszufinden, ob Selbsthilfe das Richtige für Sie ist.

In einem Selbsthilfe-Quiz auf dem Internetportal für junge Selbsthilfe können Sie prüfen, ob Ihre Vorstellungen von Selbsthilfe mit der Realität übereinstimmen.

Wie und wo kann ich mich mit anderen Patienten austauschen? Wo finde ich Adressen von Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen?

Wenn Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen möchten, können Sie sich an Patientenorganisationen wenden und fragen, ob sich in Ihrer Umgebung eine Selbsthilfegruppe trifft. Neben Gruppen für bestimmte Erkrankungen gibt es auch Gruppen für chronisch Kranke und Gruppen für junge Patienten. Für Menschen, die nicht mobil sind, bieten viele Gruppen auch die Möglichkeit, sich über digitale Medien auszutauschen und zu informieren.

Folgende Organisationen und Plattformen unterstützen die Vernetzung von Betroffenen und vermitteln Informationen zu lokalen Gruppen:

Was kostet es, wenn ich mich an eine Beratungsstelle für Patienten wende?

Viele Beratungs- und Informationsangebote für Patienten sind kostenlos – etwa das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums, das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales oder die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD).

Auch bei vielen Patientenorganisationen kann man sich kostenlos Rat und Hilfe holen. Informationen zur Kontaktaufnahme bietet die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. Wenn Sie Mitglied einer Patientenorganisation werden möchten, ist dazu häufig ein Mitgliedsbeitrag fällig. Dafür können Sie in der Regel zusätzliche Angebote nutzen.

Bei Fragen zur Rente und zu Pflege-Themen können Sie sich an die Servicestellen der Deutschen Rentenversicherung und an die lokalen Pflegestützpunkte wenden. Auch dort ist die Beratung kostenlos.

Wer kann mir helfen, mit meiner Situation zurechtzukommen?

Sie suchen Hilfe, Informationen, Beratung? Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, die weiterhelfen können:

Welche Möglichkeiten für eine Palliativversorgung gibt es?

Eine Palliativversorgung hat das Ziel, krankheitsbedingte Beschwerden zu lindern und die Betroffenen auch emotional zu unterstützen. Die Palliativversorgung kann an unterschiedlichen Orten stattfinden: in der häuslichen Umgebung, in einem Pflegeheim, im Krankenhaus oder auch in einem Hospiz. In bestimmten Krankenhäusern können schwerstkranke Patienten auf sogenannten Palliativstationen von spezialisierten Ärzten, Pflegern und Betreuern mit unterschiedlichen Schwerpunkten behandelt werden.

Weitere Informationen zur palliativen Versorgung finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Wenn ich zu Hause nicht mehr zurechtkomme, was dann?

Wenn Sie trotz Unterstützung durch Angehörige und/oder einen Pflegedienst zu Hause nicht mehr zurechtkommen, sollten Sie ein Gespräch mit den behandelnden Ärzten und dem betreuenden Pflegedienst vereinbaren, um Pläne für einen Umzug in eine spezialisierte Pflegeeinrichtung zu entwickeln. Bei sehr starken Schmerzen kann es sinnvoll sein, zudem eine palliative Versorgung in Anspruch zu nehmen.

Schauen Sie auch in die Rubrik „Unterstützung“, dort finden Sie zusätzliche Informationen zu den Themen Betreuung/Pflege.

Weitere Informationen zur palliativen Versorgung finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Ich bin unheilbar krank und möchte Vorsorge für die Zukunft treffen. Was ist jetzt zu tun?

Es ist sinnvoll, dass Sie Verantwortung für Ihre Zukunft übernehmen und Dinge regeln, die auch ohne eine schwere Erkrankung irgendwann geregelt werden sollten. Das bedeutet konkret, dass Sie sich rechtzeitig um eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht kümmern sollten, damit Ihre Angehörigen Ihre Wünsche später berücksichtigen können.

Neben dem Ausmaß der gewünschten medizinischen Versorgung können Sie auf diesem Weg auch die Einrichtung eines Betreuungsverhältnisses regeln, indem Sie ein Familienmitglied benennen, das im Falle einer schweren Erkrankung als Ansprechpartner der behandelnden Ärzte und als Vertreter vor Ämtern fungieren soll.

Weiterführende Informationen und Vordrucke zu Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung finden Sie auf der Website des Bundesjustizministeriums und bei der Deutschen Stiftung Patientenschutz.

Ich bin krank und pflegebedürftig. Welche Hilfs- und Pflegeleistungen stehen mir zu?

Bei Fragen zu Leistungen rund um das Thema Pflege hilft die Pflegeversicherung (Krankenkasse). Diese ist gesetzlich verpflichtet, zu beraten und darüber aufzuklären, welche Leistungen zur Verfügung stehen. Eine Pflegeberatung ist kostenlos und kann auf Wunsch auch zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung stattfinden.

Fragen Sie Ihre Krankenkasse, welche Leistungen Ihnen zustehen. Eine Hilfestellung bietet der Pflegeleistungshelfer des Bundesministeriums für Gesundheit. Außerdem gibt es in vielen Städten lokale Pflegestützpunkte: Dort können sich Pflegebedürftige und deren Angehörige über Pflege informieren und praktische Unterstützung erhalten.

Schauen Sie auch in die Rubrik „Unterstützung“, wenn Sie sich zu Hilfs- und Pflegeleistungen informieren möchten. Dort können Sie nachlesen, ob Sie einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben, wie Sie Hilfsmittel (Rollstuhl, Gehhilfe usw.) bekommen können und vieles mehr.