Welche Auswirkungen hat Passivrauchen bei Kindern und Jugendlichen?

Passivrauchen ist für Kinder und Jugendliche grundsätzlich sehr gesundheitsschädlich. Es gibt keinen unteren Grenzwert, ab dem Passivrauchen für sie unbedenklich wäre. Jede einzelne Zigarette, die ein Kind passiv mitraucht, schadet seiner Gesundheit. Denn gerade der kindliche Organismus ist gegenüber Tabakrauch besonders empfindlich, da Organe und Immunsystem noch nicht ausgewachsen oder vollends entwickelt sind.

Kinder haben generell eine höhere Atemfrequenz. In einem verqualmten Raum atmen sie daher innerhalb einer Stunde so viele Schadstoffe ein, als würden sie selber eine Zigarette rauchen. Bei jedem Kind, das in einem Raucherhaushalt aufwächst, lassen sich die entsprechenden Schadstoffe im Blut oder Urin nachweisen.

Passives Rauchen kann die Entwicklung von Kindern schwer beeinträchtigen. Durch Passivrauch belastete Kinder schlafen oftmals schlechter. Sie haben häufiger Bauchweh, Schwindel, Kopfschmerzen und leiden an Konzentrationsstörungen. Ihr Lungenwachstum ist oft beeinträchtigt. Infolgedessen ist das Risiko für akute und chronische Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Lungenentzündung, Husten, Auswurf und pfeifende Atemgeräusche erhöht. Passivrauchen kann bei Kindern häufiger zu Asthmaanfällen führen. Sie neigen ebenfalls vermehrt zu Allergien. Im Vergleich zu Kindern, die keinen Tabakrauch einatmen, entwickeln Kinder rauchender Eltern öfter Mittelohr- und Gehirnhautentzündungen. Es mehren sich zudem die Hinweise, dass Kleinkinder unter 5 Jahren, deren Eltern rauchen, häufiger an Leukämie oder an einem Lymphom erkranken als Kinder, die in einer rauchfreien Umgebung leben. Der Rauch elterlicher Zigaretten schadet bisweilen sogar den Zähnen der Kinder, sodass sie häufiger wegen Karies in Behandlung sind.

Babys, die Tabakrauch einatmen müssen, sind besonders von den Auswirkungen des passiven Rauchens betroffen. Für sie besteht ein deutlich höheres Risiko, an plötzlichem Kindstod zu sterben, als für Kinder aus Nichtraucherhaushalten. Wachsen Babys in verrauchten Wohnungen heran, entwickeln sich ihre Lungen häufig nicht normal, denn Tabakrauch beeinträchtigt sowohl deren Wachstum als auch deren Funktionsfähigkeit. Diese Babys sind auch anfälliger für Infektionen, was bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben kann.

Ein weiteres gravierendes Problem besteht darin, dass Kinder, die in Raucherhaushalten aufwachsen, oftmals selbst zu Rauchern werden.

Kinder sollten sich prinzipiell ausschließlich an konsequent rauchfreien Orten aufhalten. Denn die feinen Partikel des Tabakrauchs verteilen sich schnell in geschlossenen Räumen und setzen sich u. a. an Tapeten, Teppichen, Wänden, Vorhängen, Kleidungsstücken und Möbeln fest. Auch nach intensivem Lüften hängen die Schadstoffe noch lange in der Luft und werden eingeatmet. Auch an Kleidung und Haut von Rauchenden bleiben Giftstoffe des Tabakqualms hängen und werden mittels Hautkontakt an Babys und Kinder weitergegeben. Gerade Kinder unter einem Jahr erkunden die Welt über das Ablecken von Gegenständen und Oberflächen, an denen sich der „kalte Tabakrauch“ abgesetzt hat.

Kinder können sich ihre Aufenthaltsorte in der Regel nicht aussuchen und haben keine andere Wahl, als den krebserzeugenden Rauch einzuatmen. Erwachsene tragen daher die Verantwortung, Kinder und Jugendliche vor Tabakrauch zu schützen und für deren gesunde Entwicklung eine rauchfreie Umgebung zu schaffen. Die gemeinnützige und unabhängige Stiftung Kindergesundheit setzt sich intensiv dafür ein, dass Rauchverbote in öffentlichen Einrichtungen, in denen sich Kinder aufhalten, nicht aufgeweicht werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) hat die wichtigsten Fakten zum Schutz der Kinder vor Passivrauchen in einer Übersicht zusammengestellt. Die ausführliche Broschüre „Ihr Kind raucht mit“ informiert über Prävention, Gefahren und Folgen von Rauchen und Passivrauchen.

Das Informationsangebot www.kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) widmet sich der Förderung der gesunden kindlichen Entwicklung. Das Online-Angebot erläutert u. a. auch die Risiken passiven Rauchens für Kinder.

Wie gesundheitsgefährdend ist Passivrauchen?

Passivrauchen bezeichnet das Einatmen von Tabakrauch aus der Umgebungsluft. Auf Partys und in Kneipen sind Nichtraucher beispielsweise oft gezwungen, passiv mitzurauchen. Die Folgen reichen weit hinaus über die unangenehmen und akuten Auswirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Kratzen im Hals, Augenirritationen und Übelkeit. 

Die mächtige, oft unsichtbare Gefahr verbleibt bis zu 3 Stunden, nachdem eine Zigarette geraucht wurde, in der Luft und enthält hunderte an gefährlichen Substanzen. Die Zusammensetzung des passiv aufgenommenen Rauchs ähnelt der des aktiv inhalierten Tabakrauchs.

Die feinen Partikel des Tabakrauchs verteilen sich schnell in geschlossenen Räumen und setzen sich u. a. an Teppichen, Wänden, Vorhängen, Kleidungsstücken und Möbeln fest. Von dort werden sie wieder in die Raumluft abgegeben. Auch wenn gerade in diesen Räumen nicht geraucht wird, ist man also auch im „kalten Rauch“ ständig den schädlichen Substanzen aus dem Tabakfeinstaub ausgesetzt. Selbst Lüftungsanlagen und modernste Ventilationssysteme können die Schadstoffe nicht vollständig aus der Raumluft entfernen.

Passives Rauchen schädigt dauerhaft die Gesundheit von Nichtrauchern ebenso wie die der Rauchenden selbst. Das Risiko für eine passivrauchbedingte Erkrankung steigt, je länger und intensiver eine Person dem Tabakrauch ausgesetzt ist. Auch wenn man dem Tabakrauch nur kurzfristig oder in geringen Mengen ausgesetzt ist, können die krebserzeugenden Stoffe zur Entwicklung zahlreicher Erkrankungen beitragen. Dazu gehören Lungenkrebs, Herzerkrankungen sowie Schlaganfälle. Als ebenso wahrscheinlich gilt ein Zusammenhang zwischen Passivrauchen und der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie Asthma.

Passives Rauchen kann sogar zum Tod führen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr weltweit mehr als 600 000 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens. Davon entfallen 3300 Todesfälle allein auf Deutschland. Durch das Wissen über die schädliche Wirkung des Passivrauchens hat die Bundesregierung im Jahr 2007 ein Nichtraucherschutzgesetz für den öffentlichen Raum beschlossen. 

Erwachsene können in der Regel verrauchte Räume verlassen, doch viele Kleinkinder können sich dem gefährlichen Zuhause nicht entziehen und haben keine andere Wahl, als den krebserzeugenden Rauch einzuatmen. Welche gesundheitsschädlichen Einflüsse Passivrauchen insbesondere auf Kinder und Jugendliche ausübt, können Sie unter der Frage "Welche Auswirkungen hat Passivrauchen bei Kindern und Jugendlichen?" nachlesen.

Als Raucher sollten Sie sich über die Gefahren des Tabakrauchs bewusst sein. Machen Sie sich Gedanken über die Auswirkungen Ihres Rauchens auf Menschen in Ihrer Umgebung. Nichtraucher sollten versuchen, sich vor den Folgen des Passivrauchens zu schützen. Meiden Sie verrauchte Räume und umgeben Sie sich verstärkt mit nichtrauchenden Freunden und Familienmitgliedern.

Die Broschüre "Passivrauchen - Informationen zu den Gefahren von Passivrauchen und wie Sie ihnen aus dem Weg gehen" des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gibt umfassend Auskunft über die negativen Folgen des Passivrauchens in allen Lebensbereichen.

Die Faktensammlung „Gesundheitsschäden durch Rauchen und Passivrauchen“ des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) bietet einen zusammenfassenden Überblick.

Das Patienteninformationsportal „Lungenärzte im Netz“ informiert über gesunde Atemwege. Die Experten klären online alle Interessierten über die Folgen des Passivrauchens auf.

Stimmt es, dass das Rauchen weniger Zigaretten unbedenklich ist?

Viele Raucher sind der Meinung, dass das Rauchen einer geringen Anzahl von Zigaretten kaum gesundheitsschädlich sei. Allerdings sind auch nur einige wenige Zigaretten pro Woche absolut nicht unbedenklich.

Im komplexen Gemisch des Tabakrauchs stecken über 4800 Substanzen. Beim Verbrennen werden hunderte Stoffe freigesetzt, die nachweislich giftig oder krebserzeugend (kanzerogen) sind. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) bietet eine Übersicht der gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe im Tabakrauch.

Auch Gelegenheitsraucher sollten wissen, dass es keinen unteren Grenzwert für die Risiken des Tabakkonsums gibt. Selbst wer nur hin und wieder raucht, hat statistisch ein höheres Krebsrisiko als ein echter Nichtraucher. Tabakrauch fördert nicht nur Lungenkrebs, sondern kann an der Entstehung vieler weiterer Krebsarten beteiligt sein. Auch wenn Sie nur selten rauchen, können u. a. Ihre Atemwege akut geschädigt werden. Bekannte Symptome sind Husten, pfeifendes Atmen und Auswurf.

Chronische Erkrankungen wie Asthma können auch beim seltenen Konsum von Zigaretten begünstigt werden. Bei bereits Erkrankten verschlimmert sich das Leiden oftmals. Langfristig können auch Blutgefäße geschädigt werden, infolgedessen steigt das Risiko für Herzerkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Darüber hinaus sollten Sie beachten, dass Tabakkonsum schnell körperlich und psychisch abhängig machen kann. Die meisten Kettenraucher haben zu Beginn ihrer Sucht auch deutlich seltener zur Zigarette gegriffen. Vom besonderen Genuss zum regelmäßigen Wunsch nach einer Zigarette ist es oftmals nur ein kleiner Schritt.

Gesundheitsrisiken existieren sogar für Nichtraucher, die dem Passivrauchen ausgesetzt sind. Die Rubrik „Passivrauchen“ befasst sich eingehend mit den schädlichen Auswirkungen.

Es gibt also keinen unbedenklichen oder ungefährlichen Tabakkonsum. Auch wenn es sich nur um einige wenige Zigaretten handelt. Die einzig sinnvolle Alternative ist der komplette Rauchausstieg. Wie Ihnen dieser erfolgreich gelingen kann, erfahren Sie in der Rubrik „Rauchstopp“.

Welche Folgen hat eine Nikotinabhängigkeit für Kinder und Jugendliche?

Rauchen macht bereits Kinder und Jugendliche tabakabhängig. Schon gelegentlicher Zigarettenkonsum kann zur Sucht führen. 80 % aller Raucher haben bereits vor ihrem 18. Lebensjahr mit dem Rauchen begonnen. Nikotin wirkt stärker auf das Gehirn von Kindern und Jugendlichen als auf das von Erwachsenen. Je früher diese mit dem Rauchen beginnen, desto schneller werden sie abhängig und desto schwieriger wird oftmals der Ausstieg.

Tabakrauch ist ein komplexes Gemisch aus über 4800 Substanzen, hunderte davon sind giftig oder krebserzeugend (kanzerogen). Nahezu jedes Organ des Körpers wird durch Rauchen geschädigt. Die meisten durch das Rauchen verursachten Gesundheitsschäden treten erst Jahre nach dem Rauchbeginn auf. Aber auch schon junge Raucher leiden an einer unmittelbaren, akuten Gesundheitsgefährdung. Da sich der junge Körper noch im Wachstum befindet, ist er anfälliger für die Schäden des Rauchens als der von Erwachsenen. Rauchen hat vielerlei negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

So leiden beispielsweise schon junge Raucher häufiger als Nichtraucher an Atemwegsbeschwerden wie Hustenanfällen, Atemlosigkeit, pfeifendem Atem und einer vermehrten Schleimproduktion. Es wird vermutet, dass Rauchen möglicherweise bei Jugendlichen auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Asthma erhöht. Rauchen verzögert auch das Lungenwachstum bei Kindern und Jugendlichen. Das wiederum verringert die Lungenkapazität. Wenn Jugendliche rauchen, leiden sie häufiger als erwachsene Raucher an erhöhtem Puls, geringerer Ausdauer beim Sport sowie Kurzatmigkeit. Insgesamt haben sie eine schlechtere körperliche Leistungsfähigkeit als nichtrauchende Gleichaltrige.

Zigaretten können zudem die Knochendichte beeinflussen. Bereits bei 18- bis 20-jährigen Rauchern konnte eine Schwächung der Knochen durch Nikotin festgestellt werden. Die Folgen können vermehrte Knochenbrüche sein. Auch bei jungen Menschen fördert Rauchen die Entstehung einer Parodontitis. Bereits junge Mädchen, die rauchen und die Pille einnehmen, setzen sich einem erhöhten Thromboserisiko aus.

Außerdem kostet frühes Rauchen wertvolle Lebensjahre. Wer beispielsweise schon in einem Alter von 14 Jahren anfängt zu rauchen, kann im Einzelfall eine um über 20 Jahre kürzere Lebenserwartung haben im Vergleich zu Menschen, die erst im Erwachsenenalter zur Zigarette greifen (durchschnittlich etwa 10 Jahre kürzeres Leben), oder solchen, die erst gar nicht rauchen. Im Allgemeinen steigt das Risiko für Langzeitschäden mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten.

Ob Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, hängt sehr von den sie prägenden Menschen in ihrem täglichen Umfeld ab und davon, wie diese mit dem Thema Rauchen umgehen.

Der Einstieg in das Rauchen wird u. a. gefördert durch:

  • rauchende Eltern und Familienmitglieder
  • gleichaltrige Freunde, die rauchen
  • das Gefühl, dazugehören zu wollen
  • Zigaretten mit wohlschmeckenden Zusatzstoffen
  • motivierende Tabakwerbung
  • die Angst zuzunehmen (bei jungen Mädchen)

Aus der Roten Reihe des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) bietet die Broschüre „Rauchende Kinder und Jugendliche in Deutschland – leichter Einstieg, schwerer Ausstieg“ wissenswerte Daten und Fakten.

Wie gefährlich ist das Rauchen während der Stillzeit?

Es gibt gute Gründe, auch nach der Geburt und insbesondere während der Stillzeit Nichtraucherin zu bleiben. Denn über die Muttermilch wird das Kind optimal mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Sie enthält Abwehrstoffe, die das Baby vor Infektionen schützen und Allergien vorbeugen. Wenn die Mutter raucht, gelangen schädliche Substanzen wie Nikotin und andere krebserregende Stoffe direkt in die Muttermilch. Als Folge kommt es vermehrt vor, dass der Milchspendereflex bei rauchenden Müttern blockiert oder verzögert ist. Es wird häufiger weniger Milch gebildet, und auch die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich.

Besonders riskant ist, dass der Säugling beim Stillen die giftigen Inhaltsstoffe aus dem Tabakrauch unmittelbar aufnimmt. Wird direkt vor dem Stillen geraucht, ist der Nikotingehalt in der Muttermilch am höchsten. Dabei erreicht das Nikotin in der Muttermilch den bis zu 3-fachen Wert der im Blut der Mutter selbst. Die giftigen Substanzen in der Stillmahlzeit können durch Abpumpen nicht reduziert werden. Je mehr eine Mutter raucht, desto höher sind logischerweise auch die erreichten Schadstoffkonzentrationen in der Milch und entsprechend höher auch die Gefahren für das Kind.

Am besten sollten Stillende ganz auf das Rauchen verzichten. Nur so erfährt das Kind durch die Muttermilch keine Belastung. In vielen Fällen kommt es vor, dass Frauen nach der Geburt und dem zügigen Abstillen eines Kindes wieder zur Zigarette greifen. Dabei wird oft übersehen, dass das Rauchen dem Kind auch dann noch Schaden zufügen kann, wenn es nicht mehr im Säuglingsalter ist. Denn Kleinkinder rauchen die Giftpartikel des Tabakrauchs passiv mit.

Das Infoportal Still-Lexikon beantwortet zahlreiche Fragen rund um das Thema Stillen.

Welche Risiken entstehen durch das Rauchen während der Schwangerschaft?

Rauchen während der Schwangerschaft schadet der Mutter und dem ungeborenen Kind. Schwangere setzen sich durch den Konsum von Zigaretten vermehrt dem Risiko für Herz- und Gefäßleiden, Krebs oder andere Erkrankungen aus.

Häufig kommt es zudem zu Schwangerschaftskomplikationen wie beispielsweise Früh-, Fehl- oder Totgeburten, vorzeitigem Blasensprung oder dem verfrühten Ablösen der Plazenta.

Für die embryonale Entwicklung des Ungeborenen stellen Zigaretten ein großes Risiko dar. Im Bauch der Schwangeren raucht das Baby quasi mit. Der noch nicht voll entwickelte Organismus reagiert auf alle schädlichen Substanzen überaus empfindlich. Bei jedem Zug gelangen die im Tabak enthaltenen Stoffe Nikotin und Kohlenmonoxid über die Plazenta in den Kreislauf des Kindes. Dort verengen sie seine Blutgefäße. Es kommt zu einer nicht ausreichenden Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Entwicklungs- und Wachstumsverzögerungen können die Folge sein. Eine Gewichtszunahme gelingt häufig nur mühsam. Babys von Raucherinnen sind in der Regel daher oft kleiner und leichter. Es kann passieren, dass durch die giftigen Substanzen im Tabakrauch Missbildungen wie etwa Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten entstehen. Unter anderem treten bei den Kindern auch vermehrt Symptome wie angeborene Herzfehler auf.

Außerdem birgt Rauchen während der Schwangerschaft Spätfolgen für das Kind. Diese haben beispielsweise eine höhere Gefahr, an plötzlichem Kindstod zu sterben, sind meist anfälliger für Infektionskrankheiten oder Allergien, und das Risiko für einen frühen Diabetes Typ 2 im weiteren Leben ist ebenfalls stark erhöht. Rauchen kann mitunter eine Störung der Gehirnentwicklung verursachen, die über das Kindes- und Jugendalter hinausgeht: Lernstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und ein erhöhtes Risiko, selbst abhängig zu werden.

Dabei macht es generell kaum einen Unterschied, ob die Frau selbst aktive Raucherin ist oder passiv mitraucht. Welche Gefahren in einer passiven Rauchbelastung stecken, können Sie hier nachlesen.

Rauchen in der Schwangerschaft ist also besonders gefährlich. Eine Frau mit Kinderwunsch sollte bestenfalls schon frühzeitig vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. So können sie den eigenen Gesundheitszustand verbessern und die Risiken für das Kind deutlich senken.

Für Schwangere und werdende Eltern, die Unterstützung beim Nichtrauchen suchen, sowie alle Interessierte steht das Portal Rauchfrei-info.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zur Verfügung.

Im Internet gibt es zahlreiche weitere Websites wie beispielsweise www.familienplanung.de, die hilfreiche Informationen bieten, wie Sie Ihr Ungeborenes vor den Gefahren von Tabakrauch schützen können.

Gibt es besondere Risiken für Männer?

Auch wenn es zunehmend mehr Raucherinnen gibt, rauchen grundsätzlich noch mehr Männer. Meist ist die Anzahl der von ihnen täglich gerauchten Zigaretten zudem höher. Sie nehmen also auch deutlich mehr giftige Substanzen auf.
Diese gelangen über das Blut in die Hoden, wo sie die Herstellung und Entwicklung der Spermien beeinflussen. Je stärker Spermien durch Nikotin belastet sind, desto geringer ist ihre Anzahl im Ejakulat. Spermien von Rauchern sind oftmals kleiner und weisen eine unnatürliche Form auf. Gleichzeitig nimmt ihre Beweglichkeit ab. In der Samenflüssigkeit finden sich häufiger höher konzentrierte Schwermetalle wie etwa Blei oder Cadmium, die mit jedem Zug an einer Zigarette eingeatmet werden.

Die im Zigarettenrauch enthaltenen Benzopyrene gelten zudem als „mutagen“. Das bedeutet, dass sich bei Spermien von Rauchern vermehrt Erbgutschäden feststellen lassen. Wird eine Eizelle von einem Spermium mit schadhaftem Erbgut befruchtet, kann sich dies im schlimmsten Falle auch negativ auf die Entwicklung des werdenden Kindes auswirken oder zum Absterben des Embryos führen. Wegen der schlechten Spermienqualität dauert es bei Rauchern in der Regel länger, bis eine Zeugung gelingt – egal ob auf natürlichem Weg oder über eine künstliche Befruchtung.

Neben der Fruchtbarkeit des Mannes wirkt sich Rauchen auch auf die Potenz von Männern aus. Eine natürliche Erektion entsteht, wenn sich die Blutgefäße im Penis – die sogenannte Schwellkörper – verstärkt mit Blut füllen. Hierbei spielen u. a. bestimmte Muskeln im Penis eine wichtige Rolle, die einen Blutabfluss verhindern können. Verschiedene Stoffe im Tabakrauch beeinträchtigen aber eben diese Funktion. Sie führen zu Fett- und Kalkablagerungen in den Blutgefäßen der Schwellkörper, sodass diese die Fähigkeit verlieren, sich zu verengen oder zu erweitern. Die Befüllung der Schwellkörper mit Blut ist in Folge nur noch eingeschränkt oder nicht mehr möglich. Dann sprechen Mediziner von einer Erektionsstörung. Dabei können Erektionsprobleme ein erstes Warnsignal für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Potenzstörungen treten bei Rauchern fast doppelt so oft wie bei Nichtrauchern auf. Das gesundheitliche Risiko, an Erektionsproblemen zu leiden, ist umso höher, je mehr ein Mann raucht.

Ein konsequenter Rauchstopp trägt wesentlich dazu bei, sowohl die Potenz als auch die Qualität des Spermas zu verbessern.

Auf dem Männergesundheitsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) finden Sie zahlreiche Informationen zu männerspezifischen Gesundheitsthemen.

Wie gesundheitsgefährdend ist Rauchen?

Tabakrauch ist ein komplexes Gemisch aus über 4800 Substanzen. Mindestens 250 dieser chemischen Substanzen sind giftig, etwa 90 krebserzeugend (kanzerogen). Sie werden über die Schleimhäute und die Lunge aufgenommen oder auch geschluckt.

Der Beginn und die Dauer des Konsums sind dabei oft entscheidender als die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten. Denn auch Menschen, die nur wenige Zigaretten am Tag rauchen, sind vor Gesundheitsschäden nicht geschützt. Wer über einen Zeitraum von 20 Jahren nur höchstens 10 Zigaretten am Tag raucht, ist ebenso gefährdet wie starke Raucher.

So gut wie jedes menschliche Organ wird durch das Rauchen geschädigt. Besonders hoch ist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Mehr als 85 % aller Lungenkrebsfälle gehen auf aktiven Tabakkonsum zurück. Auch wer nicht selbst an einer Zigarette zieht, atmet noch viele verschiedene Schadstoffe ein. 5 % der Lungenkrebsfälle sind auf passiven Konsum zurückzuführen. Krebserregende Substanzen können aber auch im Körper zirkulieren und an anderen Stellen zu Tumoren führen. Daher haben Raucher ein besonders hohes Risiko, an Kehlkopf-, Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs zu erkranken. Ebenso gibt es einen kausalen Zusammenhang mit Leukämie sowie Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Harnblasen- sowie Gebärmutterhals- und Brustkrebs.

Durch das Giftgemisch im Tabakrauch kann auch die Mundgesundheit maßgeblich beeinträchtigt werden. Typische Folgeerkrankungen sind beispielsweise Parodontose und Karies sowie ein erhöhtes Risiko für den Verlust von Implantaten. Rauchen ist auch die häufigste Ursache für die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD, Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Wer raucht, hat auch ein höheres Risiko, an Tuberkulose zu erkranken. Akute Erkrankungen der Atemwege wie Grippe und Erkältungen werden durch das Rauchen ebenfalls begünstigt.

Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Schlaganfälle. Gesundheitliche Schäden sind auch an Augen, dem Zahnhalteapparat und Verdauungstrakt sowie am Skelett auszumachen.

Rauchen birgt besondere Risiken für Frauen: Es schränkt u. a. die Fruchtbarkeit ein, und nach der Menopause wird bei weiblichen Rauchern häufiger Osteoporose beobachtet. Zu den Risiken für Männer zählen u. a. Erektionsstörungen.

Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft schadet dem ungeborenen Kind, führt zu Geburtskomplikationen und beeinträchtigt die Entwicklung des Kindes noch bis ins Erwachsenenalter.

Durch Nikotin kann sich innerhalb kurzer Zeit eine körperliche und psychische Abhängigkeit vom Rauchen entwickeln. Mehr über den Suchtstoff Nikotin können Sie hier nachlesen.

Nach Angaben im Tabakatlas Deutschland starben im Jahr 2018 hierzulande rund 127 000 Menschen an den gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Das sind 13,3 % aller Todesfälle. Wer mit dem Rauchen aufhört, lebt ein gesünderes Leben. Nach dem Rauchstopp sinken eindeutig die Gesundheitsrisiken. Wie sehr Sie vom Aufhören profitieren, erfahren Sie in der Kategorie „Positive Effekte“.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) fasst die gesundheitlichen Vorteile eines Rauchstopps ausführlich zusammen.

Die Rubrik „Krankheiten durch Rauchen“ informiert detailliert darüber, mit welchen Folgeerkrankungen das Rauchen zusammenhängt.

Bin ich nikotinsüchtig?

Es gibt bestimmte Signale, die Rückschlüsse auf eine Nikotinsüchtigkeit ziehen lassen. Vielleicht haben Sie schon einige davon an sich bemerkt.

Karl Olov Fagerström, schwedischer Psychologe und weltweit anerkannter Experte in der Tabakentwöhnung, hat einen standardisierten Test ausgearbeitet, der ermittelt, wie abhängig ein Raucher ist. Der sogenannte Fagerström-Test (Fagerström Test for Cigarette Dependence) ist ein weltweit anerkanntes Verfahren, um den Schweregrad der Abhängigkeit bei Rauchern objektiv zu untersuchen und einzustufen. Mit 6 Fragen bietet er die Möglichkeit, wichtige Dimensionen zum Tabakkonsum zu messen. Die Gesamtpunktzahl liefert eine zuverlässige Einschätzung der Stärke der Tabakabhängigkeit.

Hier können Sie den Fagerström-Test online durchführen. Nehmen Sie sich die Zeit, und beantworten Sie die Fragen ehrlich. Die Erkenntnis, ob und inwiefern man dem Rauchen verfallen ist, ist oft der erste Schritt zur Entwöhnung.

So können Sie sich ein konkretes Bild über Ihre Abhängigkeit machen. Darüber hinaus bekommen Sie einen ersten Eindruck, welchen Stellenwert das Rauchen in welchen Situationen für Sie hat. Dies wird Ihnen helfen, bei der Rauchentwöhnung „kritische“ Situationen besser zu erkennen. Je stärker die Tabakabhängigkeit ist, desto schwieriger wird in der Regel das Aufhören mit dem sogenannten kalten Entzug. Mit der entsprechenden Motivation und gegebenenfalls professioneller Hilfe kann es aber jeder schaffen, rauchfrei zu werden und zu bleiben.

Gibt es Signale für eine Nikotinabhängigkeit?

Oftmals tritt beim Konsum von Zigaretten schnell ein Gewöhnungseffekt auf. Denn suchtauslösende Stoffe wie Nikotin lösen nach wiederholter Zufuhr nicht mehr das gleiche Maß an vermeintlich positiver Wirkung aus. Die Dosis muss erhöht werden oder regelmäßiger erfolgen, um die gewohnte Wirkung zu erzielen. Hierbei spricht man von der sogenannten Toleranzentwicklung. Gelegenheitsraucher können also schnell zu festen Rauchern werden.

Dabei gesteht sich niemand gerne eine Nikotinabhängigkeit ein. Es kann aufschlussreich sein, wenn man das eigene Verhalten kritisch hinterfragt: Raucht man mehr als früher? Benutzt man das Rauchen zur Entspannung? Geht es einem weniger gut, wenn man nicht raucht? Wie sehr richtet sich der Alltag auf das Rauchen aus?

Es gibt auch bestimmte Signale, die Rückschlüsse auf eine Nikotinabhängigkeit geben. Die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten ist jedoch nicht das entscheidende Kriterium, denn auch weniger als 6 Zigaretten pro Tag können bereits süchtig machen.

  • Starker Wunsch oder Zwang: Dieses übermächtige Gefühl verschwindet erst nach mehrmaligem Inhalieren.
  • Schlechtes Gewissen: Wiederkehrende Gedanken beim Rauchen, lieber damit aufhören zu wollen.
  • Entzugserscheinungen: Körperliche Reaktionen und Unwohlsein bei längeren Rauchpausen
  • Abstinenzunfähigkeit: Man kann nicht von der Zigarette lassen, trotz Wissens um die Gefahren des Rauchens und trotz eventuell bereits vorhandener Schäden.
  • „Beschaffungs- und Vorratszwang“: Zigaretten müssen sicher und stets verfügbar sein. Neigt sich die Packung dem Ende, muss schon die nächste Packung gekauft werden.
  • „Vor-“ oder „Nachrauchen“: Kann vorrübergehend nicht geraucht werden, wird dem Körper zur Vorbereitung auf die Abstinenz vermehrt Nikotin hinzugefügt oder nach der Pause in entsprechender Dosierung zügig nachgeholt.
  • Aufhörversuche: Ernsthafte Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, scheitern widerholt.

Mithilfe des sogenannten Fagerström-Tests kann man den Grad einer Nikotinabhängigkeit feststellen. Ihr Arzt ist auch immer eine richtige Anlaufstelle, um mit ihm gemeinsam abzuklären, ob eine Sucht vorliegt.